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Zwei Kanjis, die leicht zu verwechseln sind und doch sehr unterschiedliche Bedeutungen haben:

  • Kuh (links) 牛
  • Mittag (rechts) 午

Wie merkt man sich das?

Die Etymologie der Zeichen hilft nicht wirklich weiter:

das Bild für “Mittag” stammt ab vom Bild eines Mörsers (engl. pestle), zum Zerstoßen von Getreide oder dergleichen, in einer stabilen Steinschale. Die Stoßbewegung ist auf die Mitte der Schale ausgerichtet. Diese mitschwingende Bedeutung von “Mitte” wurde geborgt, um der Mitte des Tages (dem Mittag) ein Zeichen zu geben.

das Bild für “Kuh” ist einleuchtender: es stammt ab von einem stilisierten Kuh-Kopf, samt Hörnern.

Beide Zeichen haben sich im Zuge zunehmender Abstraktion einander angenähert.

Generell wird für das Erlernen der Kanjis die Zerlegung in kleinere Grundzeichen empfohlen. Diese Grundzeichen, Radikale genannt, sind Bausteine für komplexere Kanjis.

Das Lernportal https://www.wanikani.com/ bietet eine auf diese Radikale aufbauende durchgehende Erfassung und systematisch aufeinander aufbauende Vermittlung aller Kanjis.

Hier wird das Kanji für “Kuh” in die Grundzeichen “Kreuz” und “Pistole” zerlegt (die auch in anderen Kanjis auftauchen). Als Merkhilfe dient die assoziative Kombination: man erlegt eine Kuh, indem man das Kreuz zur Stabilisierung der Schusswaffe nutzt.

Mittag” dagegen zerlegt sich in die Zeichen für “Abhang” (slide) und “Antenne”. Hier dient als Merkhilfe: sich zur Mittagszeit ein Fernsehprogramm (Antenne) über “slides”, eine Slide-Show anzuschauen.

Die Merkhilfen, so abstrus sie am Anfang wirken, sind tatsächlich eine gute Hilfe, um sich – nicht nur diese zwei – sondern nach und nach möglichst alle der über 2000 für den Alltagsgebrauch empfohlenen Kanjis zu merken. Denn das Gehirn braucht kleine Geschichtchen, um so komplizerten Strichgebilde wie Kanjis im Gedächtnis zu halten.